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Címlap Hírek Ein neuartiges Martyrologium
Ein neuartiges Martyrologium PDF Nyomtatás E-mail
2018. július 23. hétfő, 08:34

Überzeugender Beitrag zu Schuld und Versöhnung bei den Donauschwaben und ihren einstigen Nachbarvölkern

Ein Martyrologium will der Opfer von Gewalt und Verfolgung gedenken, also Märtyrer und Bekenner behandeln, die wegen ihrer Standhaftigkeit im Glauben oder ihrer Überzeugung verfolgt wurden, Gewalt erleiden mussten oder den Tod fanden.

Als Vorbild unseres Buches verfolgte das „Martyrologium Germanicum“, das Prälat Helmut Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz erstellte, die Aufgabe, nicht nur die Märtyrer des 20. Jahrhunderts aus allen 27 deutschen Bistümern zu würdigen, sondern auch aus allen ehemals deutsch besiedelten Gebieten in Osteuropa. Darüber hinaus aber auch die deutschen Laien und Missionare aus allen Teilen der Welt mit ähnlichem Schicksal, ferner alle Mädchen, Frauen, Ordensschwestern und ihre Beschützer, die das Reinheitsmartyrium erlitten.

 

Ohne Vorläufer und Arbeitsstelle baute Moll ein Netzwerk von 160 Mitarbeitern auf, die schließlich über 1000 entsprechende Lebensbilder verfassten, die Moll aus der Kölner Zentrale koordinierte und redigierte. Das von Moll betreute Werk, das bis 2015 sechs Auflagen erlebte, enthält auch ein Kapitel über die Donauschwaben mit 32 Biografien von Priester-Märtyrern aus der Feder von Georg Wildmann.

Gegenüber den organisatorischen, personellen und finanziellen Möglichkeiten, die Moll bei der Erstellung seines Werkes nutzen konnte, waren diese bei dem gleichen Vorhaben auf donauschwäbischer Seite unendlich bescheidener. Dabei war der Umfang der Aufgabe kaum kleiner, ihr Schwierigkeitsgrad eher größer: Es galt entsprechende Lebensbilder von Personen zu zeichnen, die Flucht und Vertreibung aus drei verschiedenen Staaten erlebten, die in Arbeits- und Vernichtungslagern Tod und traumatisierende Erlebnisse erlitten, darüber hinaus das Schicksal der Deportation in die Sowjetunion oder Baragan-Steppe durchlebten und schließlich jahrelang recht- und besitzlos in ihren Heimatstaaten leben mussten.

Aus so vielen unterschiedlichen Schicksalen ein halbwegs strukturiertes Martyrologium zu erstellen war für den vom Gerhardswerk für diese Aufgabe gewonnenen Hauptmitarbeiter Stefan Teppert eine Sisyphusarbeit. In Ermangelung eines größeren Mitarbeiterstabes musste er sich auf zahlreiche Vorarbeiten bzw. ähnlich angelegte Kapitel aus der „Donauschwäbischen Geschichte“, Bd. IV stützen. Vor allem die wörtlich übernommenen Darstellungen von Wildmann, Werthan und Krix über die schrecklichen Vorgänge vor und nach Kriegsende in den drei Heimatländern der Donauschwaben liefern trotz mancher eher geschichtsbezogenen Unterthemen, die weniger in ein Martyrologium passen, eine wertvolle Gesamtgrundlage: Sie benennen eindrucksvoll das Martyrium einer ganzen Volksgruppe, erlitten aus nationalistischer Rachsucht. Begleitet werden diese Basisdarstellungen von knapperen oder auch ausführlicheren Lebensbildern Einzelner, gestaltet von Wildmann und Teppert für Jugoslawien, von Helmut Staudt für die evangelische Seite und von Hans Vastag für Rumänien und Ungarn. So ergreifend die Einzelschicksale auch geschildert sind und so überzeugend ihr Bekennermut im Allgemeinen herausgearbeitet wird, so unterbleiben doch immer wieder solche Belege. Diese sind aber notwendig, sonst fehlt die Berechtigung der Aufnahme in ein Martyrologium. Ein bloßer Hinweis auf Verschleppung nach Russland ist noch kein Beleg für Bekennermut oder Verfolgung aus Nationalitäts- bzw. Glaubensgründen.

Ergänzt wird das Werk durch zahlreiche Abbildungen unterschiedlicher Qualität und an passender Stelle eingestreuten, oft eindrucksvollen Gedichten.

Diese Teile des Werkes erfüllen trotz zahlreicher ausführlich gestalteter Persönlichkeitsbilder, scharfer Charakterisierungen und ergreifend geschilderter Schicksale mehr die quantitative Intention des Buches. Notwendig ist aber auch eine Auseinandersetzung mit der Thematik, die Einbindung der Leiderfahrung eines gesamten Volksstammes in größere Zusammenhänge, z. B. die Frage nach Schuld, Sühne und Versöhnung oder nach den Folgen der Traumatisierung.

Diese Vertiefung leistet das Werk im Kapitel über die Jugoslawiendeutschen, der Gruppe, die unter den Donauschwaben das grausamste Schicksal erlitten hat. Obwohl sich diese Bereiche nicht immer logisch-konsequent in die Gesamtstruktur einfügen, sind sie für sich genommen von größter Überzeugungskraft, feiner Stilistik und starkem Einfühlungsvermögen. Gemeint sind die Kapitel „Traumata oder die Verlorene Identität“ von Rosa Speidel und vor allem „Unsere Aussöhnung ist keine Idylle, sondern ein hartes Stück Arbeit unserer Vernunft und unserer Herzen“ und „Literaten als Vorläufer bei Wahrheitsfindung und Versöhnung“ von Stefan Teppert. Was Teppert hier zusammenträgt, gab es bisher in dieser Ausführlichkeit und Gründlichkeit in der donauschwäbischen Literatur- und Nachkriegsgeschichte noch nicht. Für diesen Fleiß, diese Akribie und diese Sensibilität gebührt ihm höchstes Lob! Er hat damit heiße Eisen mutig angepackt und empfindliche Lücken in unserer Geistesgeschichte souverän geschlossen!

Auch insgesamt gesehen ist das Donauschwäbische Martyrolo-gium ein mutiges Werk, das den Anspruch der Donauschwaben zeigt, auf allen Gebieten, ob Geschichte, Kultur und eben auch der Leiderfahrung und deren Bewältigung im Zusammenhang mit Krieg und Vertreibung, ihren Anteil am gesamtdeutschen Schicksal aufzuzeigen. Dabei wird offenbar, welch hartes Los diesem Neustamm im Südosten Europas auferlegt war und mit welch großartiger positi-ver Energie es von seinen Menschen angenommen und getragen wurde. Ebenso bewundernswert ist die Leistung des Hauptbearbei-ters Teppert, mit bescheidenen Mitteln ein so umfangreiches Werk zusammenzustellen und es mit überzeugenden Beiträgen zu Schuld und Versöhnung zu bereichern!

 

Donauschwäbisches Martyrologium. Die Opfer von Gewalt und Verfolgung bei den Donauschwaben in Jugoslawien, Rumänien und Ungarn im 20. Jahrhundert. Märtyrer und Bekenner unter Geistlichen, Ordensleuten und Laien. Herausgegeben vom St. Gerhardswerk Stuttgart unter Mitarbeit von Georg Krix, Rosa Speidel, Helmut Staudt, Erika Steinbach, Stefan P. Teppert, Maria Werthan, Georg Wildmann u. a. Patrimonium-Verlag, Heimbach/Eifel 2016, gedruckt in Totovo Selo/Serbien. Zahlreiche Abbildungen. 770 S., 25,00 Euro.

Bezugsquelle: Stefan Teppert, Tel. 0049-7579-921339, Mail: stefan.teppert@gmx.de

Versandkosten: 7.- € Deutschland, 11.- € EU, 18.- € außerhalb der EU und nach Übersee

Auch während der Wallfahrt in Altötting am 7./8. Juli 2018 ist das Buch erhältlich.

 

Ingomar Manfred Senz

 
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